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Content Marketing Blog

Was tun, wenn Werbung zur Kundengewinnung kaum noch funktioniert?

Content Marketing als nützliche Alternative

Anzeigen sind für die meisten KMUs zu teuer - die Alternative: Content Marketing (Foto: iStockphoto)Werbung funktioniert immer weniger zur Kundengewinnung. Das macht vor allem kleinen Unternehmen zu schaffen. Sie verfügen nicht über ein ausreichendes Budget, um in Zeitungen Anzeigen oder im Internet Banner zu schalten. Im Web sind Banner dermaßen verpönt, dass sie kaum noch wahrgenommen, geschweige denn geklickt werden. Oft genug installieren sich die Verbraucher Werbeblocker, um die Anzeigen von ihrem Browser zu verbannen. Einzig AdWords von Google ist für KMUs eine akzeptable Werbeform.

Wenn überhaupt, funktionieren Anzeigen noch am ehesten in Zeitungen und Magazinen, also der Printwelt. Hier werden sie nicht als so lästig empfunden. Das Problem jedoch sind die immens hohen Kosten für Anzeigen. Denn um wahrgenommen zu werden, sind Anzeigenserien notwendig. Und die können und wollen sich KMUs nicht leisten.

Die Alternative nennt sich Content Marketing. Konkrekt geht es darum, Kunden mittels nützlichen Informationen und Mehrwerten zu gewinnen. Das können ganz unterschiedliche Maßnahmen sein, die ich anhand von Beispielen für Print- und Online-Medien kurz vorstelle.

Beispiel 1: Redaktionelle Beiträge in einem Anzeigenblatt

Ich fange mit einer typischen Offline-Maßnahme an, nämlich dem redaktionellen Beitrag. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Unternehmen aus der Heizungs- und Sanitärbranche und vereinbaren mit Fulda Aktuell, dass Sie rund um den Bereich des Energieeinsparens im Eigenheim Woche für Woche einen Textbeitrag liefern. Als Spezialist wissen Sie, worauf es beim Energiesparen ankommt. Über einen Zeitraum von sechs Wochen geben Sie Fulda Aktuell einen fix und fertigen Text. Mal geht es um Brennstoffe, mal um Photovoltaik, ein anderes Mal ist das Thema Wartung von Ölheizungen dran. Alle Artikel sind so verfasst, dass die Leserinnen und Leser sofort den Nutzen erkennen und Sie über Telefon oder E-Mailadresse unmittelbar kontaktieren können. Über diesen Weg stellen Sie sich als kompetenter Fachmann dar, der nicht nur sein Handwerk versteht, sondern auch noch nützliche Tipps gibt.

Die Vorteile dieser Maßnahme:

  • Hohe Glaubwürdigkeit
  • Vertrauensbildende Maßnahme
  • Sie geben wertvolles Wissen weiter
  • Es ist keine Werbung, sondern eine Art kostenfreie Hilfe
  • Es kostet Sie so gut wie nichts, außer Ihrer Zeit oder einem externen Texter, der diese Arbeit für Sie übernimmt

Nachteile:

  • Zu jedem Thema brauchen Sie einen aussagekräftigen Text, der Leser überzeugt
  • Bis alles so passt, auch seitens Fulda Aktuell, sind schon einige Stunden zu investieren
  • Unter Umständen macht das der Verlag nicht umsonst. Das müssen Sie verhandeln, da der Verlag ja kaum Arbeit mit dem angelieferten Text hat

Soziale Medie als Teil der Content Strategie (Foto: iStockphoto)Beispiel 2: Unternehmens-Blog

Die Firma Siebert aus Hünfeld (gibt es schon seit 170 Jahren) möchte über einen unternehmenseigenen Blog eine jüngere oder sagen wir mal internetaffinere Kundschaft gewinnen. Deshalb ist seit gut einem Jahr ein Corporate Blog online, der von einem internen Mitarbeiter mit nützlichen Inhalten gefüllt wird. Der Blog wird unabhängig von der bestehenden Unternehmens-Website betrieben. Im Blog werden Woche für Woche Beiträge veröffentlicht, die sich rund um die Themen Bauen, Renovieren oder Garten beschäftigen.

Vorteile:

  • Glaubwürdig und authentisch
  • Service- und kundenorientiert
  • Beliebige Inhalte integrierbar (Texte, Fotos, Videos, PDF’s usw.)
  • Suchmaschinentechnisch strategisch sehr wichtig
  • Blog als Teil eines Social Media-Konzeptes

Nachteile:

  • Hoher, pflegerischer Aufwand
  • Erfolg eher langfristig zu sehen, da bloggen in unserer Region noch nicht den Stellenwert wie in Ballungszentren hat
  • Erfordert einen schreibfreudigen Mitarbeiter, dem es leicht fällt, sich in die Fragen der Kunden hinein zu versetzen
  • Es bedarf Geduld, bis bei allen im Team die Akzeptanz des Mitarbeiters, der den Blog pflegt, vorhanden ist

Beispiel 3: Online-PR

Wirtschaftsnachrichten aus der Region Osthessen

Wirtschaftsnachrichten aus der Region Osthessen

Über das Thema Online-Presse habe ich bereits mehrfach berichtet. Deshalb fasse ich mich kurz und verlinke auf den einen Artikel, der den Titel trägt „Ungenutztes Potenzial: Online-Pressemeldungen“ sowie anderen Artikel. Er trägt die Überschrift „Kundengewinnung mit Presseportalen„. Online-Presse-Arbeit ist in jedem Fall auch Content Marketing und in etwa so einzuordnen, wie die redaktionelle Arbeit. Eine relativ neue Plattform, um Content Marketing via Online-Presse zu betreiben, ist mein Nachrichtenportal Wirtschaftspresse-fulda.de. Es dient ausschließlich dazu, Unternehmen die Möglichkeit zu geben, kostenfrei Meldungen veröffentlichen zu lassen. Gleichzeitig dient diese Plattform zum Linkaufbau. Auf Wirtschaftspresse-fulda.de werden ausschließlich Pressemeldungen von regionalen Unternehmen publiziert.

Beispiel 4: Website mit Beiträgen füllen

Die Website-Pflege ist der Teil, der mich zum Internet-Redakteur gemacht hat. Die eigene Website zu pflegen ist nach wie vor eine sehr bedeutende Aktivität des Content Marketings. Doch selbst nach über 10 Jahren des Bestehens von Content Management Systemen, ist die Aktualisierung von Unternehmens-Websites ein Stiefkind für KMUs.  Die wenigsten Unternehmen schaffen es wirklich, alle paar Wochen einen Beitrag oder eine News online zu stellen. Dabei ist gerade der Suchmaschinenriese Google derjenige, der in seinen Guidelines immer wieder die Bedeutung relevanter Inhalte kommuniziert. Ich stehe nach wie vor zu der These, dass die Unternehmen, die  kontinuierlich die Fragen ihrer Kunden in Form von Beiträgen, Checklisten oder Videos auf ihrer Website publizieren, erfolgreich sein werden. Die Betonung liegt hier auf Kontinuität!

Vorteile:

  • Kunden sehen, dass hier auf Service und Information wert gelegt wird
  • ist ideal, um gezielt bei bestimmten Suchbegriffskombinationen in Google gefunden zu werden
  • es sammelt sich im Laufe der Jahre viel Wissen an, welches wie eine Know-how-Datenbank genutzt werden kann

Nachteile:

  • Regelmäßiger Aufwand für die Pflege
  • Die Herausforderung immer wieder Themen zu finden, die die Website-Besucher interessiert
  • Zusätzliche Arbeiten, wenn Videos und Bilder hinzukommen (Video- und Bildbearbeitung, Upload zu YouTube usw.)

Beispiel 5: Social Media nutzen

Videokanal von Ihre gute Fee auf YouTube

Videokanal von Ihre gute Fee auf YouTube

Der Einsatz von Social Media ist ebenfalls als eine Content Marketing-Aktivität. Wer twittert, in Google+ unterwegs ist bzw. eine Facebook-Fanpage zur Kommunikation mit Kunden und Interessenten nutzt, erhöht automatisch seine Sichtbarkeit in Google. Auch nützliche Videos, die in YouTube veröffentlicht werden, gehören in den Bereich des Content Marketings. Ein einfaches und wirksames Beispiel ist die Erklärung einzelner Dienstleistungen. Für Frau Schlöder, die ein Unternehmen führt, welches sich „Ihre gute Fee“ nennt, habe ich Videointerviews geführt. Da sie mehrere Dienste anbietet, haben wir pro Geschäftsbereich ein kurzes erklärendes Video gedreht.

Vorteile:

  • Videos werden auf Websites immer zuerst angeschaut, noch bevor der Text gelesen wird. Das ist sehr bequem und praktisch für die Anwender
  • Interviews sind schnell und einfach produziert. Die Kosten für den Produktionsaufwand sind gering
  • Potentielle Kunden lernen das Unternehmen und seine Dienstleistungen kennen. Das ist sehr persönlich, weil sich die Kunden gleich vorstellen können, mit wem sie es zu tun haben
  • Mit Videos lassen sich anschaulich viele Themen darstellen. Sei es ein Produkt, dessen Funktionen im Detail erklärt werden, sei es eine Dienstleistung

Nachteile:

  • Sie brauchen den Mut, selbst als Akteur vor die Kamera zu treten. Bis jetzt konnte ich allerdings alle meine Kunden überzeugen, das zu tun

Soweit meine Beispiele. Es zeigt sich ganz klar, dass Content Marketing eine echte Alternative zu klassischer Werbung ist. Wer glaubt darauf verzichten zu können, wird es in Zukunft schwer haben, sein Geschäft zu etablieren bzw. zu halten. Die Zukunft gehört dem Marketing-Mix, bei dem wohl dosierte Werbung mit Content Marketing kombiniert wird. Allerdings erfordert das ein Umdenken in der Art und Weise, wie Marketing gemacht wird. Dazu gehören vor allem Eigeninitiative und Eigenmarketing. Sämtliche Arbeiten an Agenturen abzugeben, halte ich für kaum den realisierbar. Unternehmer sind meiner Meinung nach dazu verpflichtet, selbst Teil des Marketings und der eigenen Marke zu werden und Content Marketing voran zu treiben.

Wer Anregungen hat oder anderer Meinung ist, ist herzlich eingeladen, diesen Beitrag zu kommentieren.

 

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