Wissenswerte Infos für kleine und mittlere Unternehmen rund um die Themen Content- und Online-Marketing, Suchmaschinenoptimierung, Online-PR und Social-Media-Marketing 
Content Marketing Blog

Datengetriebenes Marketing als erfolgreicher Weg der Werbung

Push-Werbung in Printmedien schafft es immer weniger Bedarf zu erzeugen

Eigentlich dürfe ich diesen Beitrag gar ich schreiben, da ich kein Werber bin. Da ich aber in meiner täglichen Arbeit laufend damit konfrontiert werde und die Diskussionen ob Push- besser ist als Pull-Marketing nicht enden werden, will ich an dieser Stelle dazu Stellung nehmen.

Bei meiner bevorzugten Zielgruppe – kleine und mittlere Unternehmen aus der Region Osthessen – ist die Verunsicherung in Bezug auf erfolgreiches Marketing ein Dauerthema. Der digitale Wandel ist für die meisten Geschäftsführer und Firmeninhaber einfach zu schnell und es herrscht großer Aufklärungsbedarf welche Maßnahme denn nun sinnvoll ist, um neue Kunden zu gewinnen.

Alte Werbeprinzipien dominieren
Nicht wenige Entscheider kleben an alten Prinzipien. Die meisten werben in Tageszeitungen und wöchentlich erscheinenden Werbeblättchen. Zwar ist ein Teil der KMUs auch bereit online zu werben, allerdings wird auch nur Push-Werbung in Form von Banner geschaltet. Es wird also nach wie vor versucht Bedarf zu erzeugen. Die einzige verlässliche Kenngröße, die den Auftraggebern Gewissheit gibt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, sind die Auflage der Zeitungen und die Besucherzahlen der Nachrichtenportale. Wer die geschaltete Anzeige gesehen hat und wie die Response ist, wird kaum hinterfragt. Blöd nur, wenn die Zeitungen immer mehr an Reichweite bei der Bevölkerung verlieren. wie die nachstehende Statistik verrät.

Infografik: Zeitungen verlieren dramatisch an Reichweite | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Anzeigen-Werbung fehlt Verhältnismäßigkeit
Mal abgesehen davon, dass es für lokal agierende Unternehmen nicht viele Alternativen gibt, ist Push-Werbung mit so wenig Aussicht auf Erfolg nicht gerade sinnvoll. Weil das so ist, beschweren Unternehmer sich darüber, dass Kosten und Ertrag einer in der lokalen Tagespresse geschalteten Anzeige nicht mehr stimmen. Bei 25 Prozent Preissteigerung in drei Jahren kann ich das schon verstehen.

Facebook versteht es mit Unternehmen anzusprechen, die Kunden in ihrer Region gewinnen wollen. Siehe links unten.

Facebook versteht es Unternehmen anzusprechen, die Kunden in ihrer Region gewinnen wollen. Siehe roter Rahmen links unten.

Die bösen Datenkraken
Auf der anderen Seite gibt es Alternativen, wie Google AdWords oder Anzeigen schalten auf Facebook. Doch bei Facebook fällt bei vielen Unternehmen die Klappe. „Die greifen ja nur Daten ab die sie dann verkaufen“, so die Aussage. Wenn das Fernsehen etwas geschafft hat, dann ist es diesen Glaubenssatz bei den Unternehmern zu etablieren, der ihnen überhaupt nichts nutzt.

Was ist das größere Übel?
Und damit bin ich beim Thema dieses Blogbeitrags angekommen. Was ist eigentlich das größere Übel für Unternehmen? Werbung zu schalten, die zum größten Teil viel zu teuer ist und kaum neuen Umsatz generiert oder Werbung schalten zu lassen, die Kunden bei ihrem Bedarf abholt und nur Kosten verursacht, wenn diese angeklickt wird?

Datengetriebe Werbung ist effizient
Ich stelle gerne diese Frage, denn sie bringt den Vorteil, dass mein Gesprächspartner auf einmal anfängt zu denken. Sie oder er stellt fest, dass datengetriebene Werbung deutlich sinnvoller ist, da das Budget effizient eingesetzt wird, was man von Zeitungswerbung nicht unbedingt behaupten kann.

Kunden akzeptieren keine Werbung, die sie nicht interessiert
Betrachten wir mal die Seite des Kunden. Was ist ihm denn lieber? Mit Werbung zugeballert zu werden, die ihn zum größten Teil nicht interessiert, oder ihm Werbung auszuliefern, die vermutlich genau seinem Bedarf entspricht, weil ein Trackingsystem dies erkennt? Sehr wahrscheinlich ist dem Surfer letzteres lieber.

Das Problem für Unternehmen hier den „Goldenen Mittelweg“ zu finden, ist aus meiner Sicht vielfältig. Deshalb versuche ich an dieser Stelle die Ursachen hierfür kurz zu skizzieren:

Aufseiten des Werbemediums
Zugegeben ist digitale Werbung deutlich komplexer. Es gibt vielfältige Formate. Zielgruppe, Regionen und Interessen. Diese müssen selektiert bzw. ausgewählt werden. Budgets pro Klick und Tag sind festzulegen. Und so weiter. Wer einmal sich genauer mit Google AdWords beschäftigt hat, weiß, wovon ich rede. Digitale Werbung zu managen ist eine Aufgabe, die ein gewisses Maß an Know-how erfordert. Wie leicht ist es dagegen eine Anzeige in der Zeitung zu schalten. Wer digtal wirbt, muss deshalb lernen und sich in die Materie einzuarbeiten. Es sei denn, eine Agentur übernimmt diese Arbeit. Bei Zeitungen sind das die Mediaberater, die leider kaum einen guten Ruf unter der Unternehmerschaft haben.

Aufseiten der digitalen Unternehmen
Digitalunternehmen, wie Google, Facebook oder twitter erreichen zu wenig die Kleinunternehmen, weil sie offline so gut wie nicht werben. Einzig Google macht beispielsweise über Fernsehwerbung auf Google AdWords aufmerksam. Ab und zu gibt es auch mal ein Briefmailing, in dem ein Gutschein für AdWords drin ist und Entscheider eingeladen werden, diese Werbeform zu testen. Facebook und twitter erreichen nur Unternehmen mit ihren Werbeangeboten, die selbst auf diesen Plattformen aktiv sind. Weil immer noch genügend Unternehmen Soziale Netzwerke für ihr Marketing kaum nutzen, wissen es die Verantwortlichen schlichtweg nicht, dass es Alternativen gibt.

Aus Sicht der Werbebranche
Die Werbebranche wiederum tut ebenfalls zu wenig dafür, um KMUs von den Vorteilen der datengetriebenen Werbung zu überzeugen. Die meisten Werbeageturen in Osthessen beschäftigen sich nicht mit dem Bereich. Sie bieten weder Lösungen, noch Aufklärung in Form von Workshops oder Schulungen an. Bis auf wenige Aussahmen, beispielsweise die Fa. Kupona oder die Convert GmbH & Co. KG sind auf Performance Marketing und Retargeting spezialisiert.

Aus Sicht der Zeitungen
Zeitungen müssten ja wahre Kampagnen gegen die immer größer werdende Übermacht des digitalen Publishing durchführen. Doch was machen sie? So gut wie gar nichts. Sie kleben an ihren Argumenten. Sie geben sich auch gar keine Mühe werbetreibende Unternehmen zu überzeugen. Warum macht eine Zeitung nicht mal eine Studie, die beweist, dass doch Anzeigen gelesen bzw. gesehen werden? Die digitalen Kollegen machen das nämlich, beispielsweise mit Eye-Tracking-Systemen

Aus Sicht der KMUs
Die meisten Unternehmen sind zwar überfordert, kümmern sich aber auch kaum darum, sich mit zeitgemäßer digitaler Werbung auseinander zu setzen. Ein wesentlicher Grund ist das fehlende Interesse an Marketing generell. Entscheider erkennen nicht, dass Marketing die treibende Kraft für den Unternehmenserfolg ist. Momentan beschäftigen jedoch viele Unternehmer andere Probleme. Einerseits ist es die gute Auftragslage, die durch fehlendes, qualifiziertes Personal kaum zu bewältigen sind. Andererseits ist es die Sichtweise auf Werbung. Sie wird bei den KMU’lern eher als Kostenfaktor gesehen und nicht als Investition. Stellt sich die Frage wie das Geschäft dann angekurbelt wird, wenn die Auftragslage sinkt?

Mix aus Werbung und Content-Marketing
Wer ein erfolgreiches Geschäft führen möchte, wird um einen Mix aus Werbung und Content-Marketing nicht umher kommen. Aus den Erfahrungen mit meinen Kunden sind die Investitionen anfangs zwar recht hoch, ist jedoch die Wahrnehmung im Markt erst mal erreicht – Markenbekanntheit, gute Platzierung im Google-Ranking, kontinuierliche Verbreitung von Content – sinken die Kosten.

Auf dem Laufenden bleiben
Meine Empfehlung an die KMUs: Haltet Euch auf dem Laufenden. Abonniert beispielsweise den Newsletter von BIEG Hessen, der Online-Marketing-Fachabteilung der IHKs. Oder schaut alle paar Monate hier auf meinen Blog.

Print Friendly

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Folgen Sie mir

Kundenmeinungen