Wissenswerte Infos für kleine und mittlere Unternehmen rund um die Themen Content- und Online-Marketing, Suchmaschinenoptimierung, Online-PR und Social-Media-Marketing 
Content Marketing Blog

Kündigung meines (Zwangs)Abos

Das IHK-Magazin „Wirtschaftsregion Fulda“ brauche ich nicht mehr

Jeder Unternehmer im Landkreis Fulda bekommt es und kennt es: das Wirtschaftsmagazin der IHK. Seit dem ich selbstständig bin, wird mir das Monatsheft geliefert. Da ich schon seit Jahren ein digitaler Mensch bin und ich den Nutzen dieses zwanghaft zugeschickten Hefts nicht mehr erkenne, habe ich mich jetzt dazu entschlossen, es zu kündigen. Bin mal gespannt, ob das klappt. 
 
Nicht jeder Unternehmer findet es gut, wenn er per Gesetz Zwangsmitglied einer Kammer wird. Auch ich habe da oft meine Zweifel. Gut, wenn es um Aus- und Weiterbildungen geht, ist die IHK sicherlich ein Partner für mich. Was ich sehr schätze ist beispielsweise der Ableger BIEG Hessen, dem die Fuldaer IHK angeschlossen ist.

Was mir jedoch gar nicht gefällt, ist das monatlich erscheinende Magazin, was ich weder abonniert habe, noch lese. Es liegt ganz einfach daran, dass sich meine Mediengewohnheiten vollkommen in Richtung digital verändert haben. Mich interessiert schon das Fuldaer Wirtschaftsleben, doch alle relevanten Informationen hole ich mir online oder lasse mich mit Infos via Newsletter, Push-Nachricht oder per Facebook versorgen.

Video oben: Die Kölner IHK ist in Sachen Digital sehr weit. So was würde ich mir von den Fuldaer auch wünschen.

Das IHK-Magazin „Wirtschaft Region Fulda“ ist für mich ein Printprodukt, was meiner Meinung nach immer weniger in unsere Zeit passt. Sicherlich stoße ich mit dieser Äußerung dem ein oder anderen Unternehmer und IHK-Mitarbeiter vor den Kopf, doch es gibt genügend Gründe, weshalb das Magazin überflüssig ist. Und ich kann mir vorstellen, dass es nicht wenige, vor allem jüngere Unternehmer gibt, die ähnlich denken wie ich.

Einwegkommunikation
Printmagazine sind Einwegkommunikation. Die Redaktion hat ihren Plan, was die Leser zu interessieren hat und das wird veröffentlicht. Einen Rückkanal gibt es nicht. Ich könnte vielleicht die Facebook-Fanpage der Region Fulda nutzen (ein Ableger der IHK-Fulda), doch glaube ich kaum darüber die Redaktion, die Geschäftsführung oder gar die Ressortleiter direkt zu erreichen. Im Übrigen ist das ja auch eine Plattform um Fulda als Standort zu vermarkten.

Die IHK-Frankfurt hat eine gut gemachte Facebook -Fanpage. Die Fuldaer leider nicht.

Die IHK-Frankfurt hat eine gut gemachte Facebook -Fanpage. Die Fuldaer leider nicht.

Wer veröffentlicht noch ein Unternehmensmagazin?
Haben Sie als Unternehmer noch ein Kundenmagazin oder eins für Ihre Mitarbeiter? Wie viele Unternehmen in Osthessen haben ihre Broschüren eingestellt, weil sie ihnen kaum einen Nutzen gebracht haben. Wer als Marketingentscheider auf der Höhe der Zeit ist, bloggt, nutzt Facebook für die Unternehmenskommunikation und ist auf den B2B-Netzwerken Xing und LinkedIn aktiv. Der Mittelstand nutzt Online-PR und twittert aktuelle Meldungen, die für Kunden, Partner und Mitarbeiter relevant sein könnten.

Angst vor Feedback?
Eine IHK kann das anscheinend nicht. Sehr wahrscheinlich haben die Verantwortlichen schlichtweg Angst ein negatives Feedback zu erhalten, wenn es das Wirtschaftsmagazin als modernes Online-Magazin geben würde. Dabei wäre es sicherlich viel interaktiver und spannender für die Unternehmen. Wurde denn jemals im IHK-Magazin dazu aufgerufen die Meinung zu äußern oder Feedback zu geben? Ich kann mich nicht erinnern.

„Aus den Betrieben“ ist ok
Ich denke die meisten Unternehmen in unserer Region, die eher konservativ gestrickt sind, finden das Blatt toll. Firmen bekommen die Möglichkeit in der Rubrik „Aus den Betrieben“ über ihre Erfolge zu berichten. Die erfahre ich allerdings schon früher aus der Online-Presse. Und dann lässt es sich im Magazin von Unternehmen zu Unternehmen ja auch werben. Da würde ich sagen hat Wirtschaft Region Fulda (noch) seine Berechtigung, weil im Prinzip alle Unternehmen erreicht werden.

Die Hälfte ist Werbung
Das Problem, was ich sehe ist jedoch die Tatsache, dass Werbung auch im B2B-Geschäft immer weniger akzeptiert wird. Wer das Magazin durchblättert wird feststellen, dass etwa die Hälfte des Inhalts Werbung ist. Mir stellt sich die Frage wie viele von den werbenden Kunden denn tatsächlich über diesen Weg Kunden gewinnen? Ist die Investition denn gerechtfertigt? Wer Bedarf nach einem bestimmten Produkt oder einer Dienstleistung hat googelt und informiert sich online. So ist doch die Realität.

Sinnlose Advertorials
Der größte Abschuss sind für mich die Advertorials. Besser als Riesenselbstbeweihräucherung unter Mitbewerbern bekannt. Was habe ich denn als Unternehmer davon, wenn ich mit meinen Konkurrenten in einem Boot sitze, nur weil die Redaktion einen Schwerpunkt X hat? Was für eine Verschwendung von Ressourcen.

Wichtige Themen fehlen
Wenn es um wichtige, ja existenzbedrohende Themen geht, sehe ich im IHK-Magazin auch nicht viel Neuland. Mal abgesehen von ein wenig Industrie 4.0-Berichterstattung und dem Fachkräftemangel fehlt der Bereich der Digitalisierung unserer Wirtschaft größtenteils. Wenn über Soziale Netzwerke berichtet wird, dann wird höchstens auf die Gefahren hingewiesen. Was ist mit den Chancen? Wann finde ich mal was über Reputationsmanagement, Digitale Transformation oder den Wandel in der Kommunikationskultur von Unternehmen? Wann werden Unternehmen darüber informiert, wie sie am besten Google, Facebook und Co für ihre lokale und nationale Entwicklung nutzen können? Leider Fehlanzeige.

Digitale Transformation als Dauerthema
Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist überhaupt ein völlig unterbesetztes Thema. Ein Mal wurde in der Januarausgabe 2015 darüber berichtet. Dabei ist Digitale Transformation ein Dauerthema und muss meiner Meinung nach Monat für Monat behandelt werden. Infos gibt es auf bdi.eu. Lesenswert ist in diesem Zusammenhand auch der Artikel bei Horizont „Digitale Transformation bedroht fast jedes zweite Unternehmen“.

Ich denke meine Kritik ist berechtigt. Oder hängt jemand von Ihnen an den Handelsregistereinträgen und Arbeitsjubiläen? Wer anderer Meinung ist, ist herzlich eingeladen hier in meinem Blog einen Kommentar abzugeben.

Print Friendly

3 Antworten auf Kündigung meines (Zwangs)Abos

  • Da können wir Ihnen gut weiterhelfen 🙂
    Seit dem 1. September gibt es die WIRTSCHAFT REGION FULDA auch als E-Paper.
    Kostenlos im App-Store unter „IHK-Magazin Fulda“…

    Rainer Klitsch, Parzellers Buchverlag (Verlag der IHK-Zeitschrift Fulda)

  • Na das ist doch ein echter Fortschritt. Danke für die Info, Herr Klitsch.

  • Da haben Sie aber offensichtlich einen weiteren Trend verschlafen, Herr Noll. NEBEN der Onlinewelt wächst seit Jahren das Thema Corporate Publishing. Vor allem in Zeiten des demographischen Wandels wachsen Kundenmagazine, die zwar immer einen digitalen Ableger haben werden, aber auch im Print wachsen. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/245999/umfrage/investitionen-in-digital-und-print-im-corporate-publishing/ Online wächst noch schneller, aber nicht zugunsten der Printausgaben. Sondern parallel. Große Retailketten, die Deutsche Bahn, die Apothekenumschau verzeichnen stabile Beliebtheitswerte, Drogerieketten sogar Zuwächse beim Kundenmagazin, das digital aufgewertet / ergänzt etc. wird. Das nennt man Multichannel-Kommunikation…
    Just my 2cents….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Folgen Sie mir

Kundenmeinungen