Wissenswerte Infos für kleine und mittlere Unternehmen rund um die Themen Content- und Online-Marketing, Suchmaschinenoptimierung, Online-PR und Social-Media-Marketing 
Content Marketing Blog

Mit gezieltem Online-Marketing ist Fuldas Einzelhandel erfolgreich

Der Handel ist herausgefordert sich dem Informationsverhalten der Kunden anzupassen

Macht der e-commerce den Einzelhandel kaputt? Angesichts des Geschäftssterbens in Fuldas Innenstadt könnte man meinen, dass es so wäre. Von meiner Seite gibt es zur Antwort ein klares „Nein“. Der stationäre Handel erlebt, wie so viele andere Branchen auch, einen massiven Wandel. Geschäftsführer und das Verkaufspersonal müssen sich dem veränderten Informations- und Einkaufsverhalten von Kunden anpassen. Wer das verstanden hat, und die digitale Veränderung mitmacht, muss keine Angst vor der e-commerce-Konkurrenz haben.

Seit dem das Internet seinen Siegeszug als Informations- und Einkaufsmedium angetreten hat, ist das Verkaufen im stationären Handel nicht leichter geworden. Ich war selbst mal im Einzelhandel tätig und habe die Entwicklung bereits vor 17 Jahren kommen sehen. Schon damals war mir klar, dass es viele Menschen geben wird, die im Laden sich beraten lassen und dann online kaufen. Darauf hatte ich keine Lust mehr und stieg aus der Branche aus.
 
Auch den Reportern von move36.de fällt das Geschäftssterben in Fulda auf:

Smartphones verändern das Einkaufen
Mit dem Aufkommen von Smartphones und schnellen Breitbandverbindungen hat die Entwicklung noch an Dramatik gewonnen. Via App lassen sich schnell mittels Barcode-Einscannen Preise im Ladengeschäft vergleichen. Da muss man als Verkäufer schon wirklich gute Argumente haben, wenn dann der vermeintliche Kunde einem den günstigeren Preis bei der Online-Konkurrenz am Display des Smartphone zeigt.

Umsatzentwicklung-im-Einzelhandel-in-Deutschland-2014-Statistik-Handelsdatene-commerce-Anteil am Gesamtumsatz noch gering
Ob das nun die wirklichen Gründe sind, warum der Einzelhandel lahmt, wage ich zu bezweifeln. Betrachte ich die Statistik der GFK, so liegt der Anteil am e-commerce gerade mal bei 8,5 Prozent am Gesamtumsatz. Die Tendenz online einzukaufen steigt zwar überproportional, der Einzelhandel legt insgesamt allerdings auch zu (In 2014 zu 2013 um real 1,4 Prozent). Nachdem man nun schon seit fast 20 Jahren im Web einkaufen kann, ist die Entwicklung nicht so dramatisch. Für mich sind die Probleme des Einzelhandels meiner Meinung nach hausgemacht.

e-commerce hat auch seine Probleme
Was viele Einzelhändler nicht mitbekommen, ist die Tatsache, dass die goldenen Zeiten des e-commerce längst vorbei sind. Online-Händler haben mit massiv steigenden Kosten für Online-Markteing zu kämpfen. Ebenso schaffen viele Rücksendungen Probleme. Das Branchenportal ibusiness hat prognostiziert, dass in den nächsten Jahren 80 Prozent der Online-Shops wieder sterben werden. Bei solchen Prognosen muss sich der Einzelhandel sich die Hände reiben.
 
Es gibt immer noch Offliner unter den Einzelhändlern
Was ich immer noch nicht verstehe: Es gibt immer noch Einzelhandelsgeschäfte, die keine eigene Website haben. Beispiel: Ich wollte mir ein eBike anschaffen und recherchierte nach Geschäften in meinem Umkreis. Darunter war auch die Firma Zweirad Kumm aus Fulda. Informationen über dieses Fahrrad-Fachgeschäft waren in Google nur über den Brancheneintrag (Lokale Suche über den Dienst Google My Business) zu finden. Eigener Webauftritt? Fehlanzeige. Ansonsten liefern diverse Portale spärliche Infos zum Unternehmen. Gekauft habe ich dann bei Fahrradwelt Seng, die wenigstens einen halbwegs ordentlichen Webauftritt mit allen für mich relevanten Informationen haben.

Die Kaufvorbereitung beginnt online, gekauft wird oft offline
Was soll Ihnen diese Erkenntnis sagen? Der Kauf beginnt heutzutage im Internet. Und zwar mit der Vorbereitung, der Recherche und mit Vergleichen. Steht der Kauf unmittelbar bevor, suchen viele Verbraucher nach Händlern in der Region in der sie wohnen. Das Webhosting-Unternehmen 1&1 hatte im Mai 2015 eine Umfrage gemacht, bei der heraus kam, dass drei von vier Usern nach lokalen Angeboten im Web suchen. Der Wille der Kunden ihr Geld beim regionalen Einzelhandel auszugeben ist also vorhanden.

Jetzt stellt sich folgende Frage: Was tun die Einzelhändler dafür, dass potentielle Kunden sie auch schnell in Google finden und die Interessenten ins Geschäft locken? Hier spielen folgende Online-Marketing-Maßnahmen eine Rolle:

  • Auffindbarkeit des Einzelhändlers in Google
  • Attraktivität des Eintrags im Suchergebnis
  • Vollständigkeit des Brancheneintrags inkl. Karteneintrag
  • Fotos vom Ladengeschäft
  • Videos des Einzelhändlers 
  • Anzahl positiver Bewertungen des Einzelhändlers, und
  • Attraktivität der Website und des veröffentlichten Contents
  • Aktivitäten in Facebook

Website: Es fehlt an attraktiven Inhalten
Die meisten Händler, die eine Website haben, tun jedoch zu wenig dafür, diese auch attraktiv zu halten. Das liegt in der Regel daran, dass die Geschäftsführung selbst die Pflege übernimmt, oder zumindest das vor hatte. Wie so oft leider viel zu selten und wenn mal neuer Content veröffentlicht wird, dann mit zu wenig Wissen über dessen professionelle Gestaltung.

Kaum beachtet: Lokale Suchmaschinenoptimierung
Was ebenfalls kaum Beachtung findet, ist der Bereich der Lokalen Suchmaschinenoptimierung. Gerade bei der lokalen SEO lassen sich mit wenig Aufwand schnell Verbesserungen im Google-Ranking erzielen. Doch in der Praxis wird dieses Thema immer noch kaum berücksichtigt. Aus meiner Erfahrung ist es nach wie vor nicht selbstverständlich, dass weder bestehende, noch neue Websites optimiert werden. Das ist betriebswirtschaftlich völlig inakzeptabel.

Welcher Anbieter wird wohl bei diesem Ergebnis aufgerufen werden? Natürlich das mit den Empfehlungssternen.

Welcher Anbieter wird wohl bei diesem Ergebnis aufgerufen werden? Natürlich das mit den Empfehlungssternen.

Auch vernachlässigt: Empfehlungsmarketing

Das Empfehlungsmarketing würde ebenfalls erheblich dazu beitragen, Wahrnehmung und Sichtbarkeit in Google zu verbessern. Dass es so was wie Bewertungen in Google gibt, wissen so gut wie alle Händler. Nur kümmern die sich nicht aktiv darum eine Bewertung einzufordern. Viele haben Angst einen Kunden, der gerade gekauft hat, anzusprechen, ob er bereit ist, eine Bewertung abzugeben. Also überlässt man die Möglichkeit Vertrauen aufzubauen zum Zufall oder der Konkurrenz. Dabei ist der Dienst aufseiten von Google kostenfrei.

Produktfokus zu hoch
Das nächste, was ich zu kritisieren habe, ist der Fokus der Vermarktung ausschließlich auf Produkte und/oder Dienstleistungen. Die Verkäufer im Einzelhandel haben meiner Ansicht nach so viel Know-how, dass es doch ein Einfaches wäre, dieses Wissen über Bildergalerien oder Videos anhand der Produkte zu zeigen. Vor allem Fachgeschäfte mit hochpreisigen Produkten würden bei neuen Kunden punkten, wenn Ihnen die Verkäufer in kurzen Videoclips Nutzen und Vorteile ihrer Produkte erklären würden. Ganz nebenbei bemerkt spielen auch bei Youtube-Videos die Regeln der lokalen Suchmaschinenoptimierung eine Rolle.

Ach YouTube spielt bei der lokalen Suche in Google eine wichtige Rolle. Das Vorschaubild im Suchergebnis bekommt wohl am ehesten den Klick.

Auch YouTube spielt bei der lokalen Suche in Google eine wichtige Rolle. Das Vorschaubild im Suchergebnis bekommt wohl am ehesten den Klick.

Verkaufsvorbereitung per Videoclip
Verkäufer sind für mich Persönlichkeiten, die neben harten Produktfakten über jahrelange Erfahrung verfügen. Diese spielen beim Kauf eine bedeutende Rolle. Das wird völlig unterschätzt. Die Beratung per Videoclip hat den Vorteil, dass hier Vertrauen vor dem Kauf aufgebaut wird, weil viele Kunden sich im Geschäft auch gerne beraten lassen wollen. Es gibt dem potenziellen Kunden, der nach regionalen Händlern googelt, Sicherheit und die Gewissheit, bei dem Geschäft gut beraten zu werden. Vor allem ältere Menschen sind für solche Videoservices sehr empfänglich. Übrigens: Videos korrekt in YouTube eingestellt, sind ebenfalls suchmaschinenrelevant und tragen erheblich zur bessere Auffindbarkeit bei.

Fazit: Weniger Werbung, mehr Inhalt
Einzelhändler müssen lernen mehr inhaltlich zu arbeiten. Weil Werbung immer weniger akzeptiert wird, und diese auch noch in Zeitungen sehr teuer geworden ist, bleibt ihnen kaum eine andere Wahl. Schon heute stehen großflächige Zeitungsanzeigen in keinem Verhältnis mehr in dem zu erwartenden Umsatz. Von einer nachhaltigen Wirkung ganz zu schweigen. Ich appelliere an jeden Händler sich genau über seine Potenziale zu informieren. Wer weiß, wie hoch das Suchvolumen seiner Produkte im Monat ist, trifft betriebswirtschaftlich sinnvolle Online-Marketing-Entscheidungen und erhöht aufgrund der Messbarkeit der Maßnahmen seine Erfolge.

Print Friendly

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Folgen Sie mir

Kundenmeinungen