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Rhöner Tourismusbetriebe tun sich schwer in Sachen Onlinemarketing

Urlaubssuchende werden zu wenig mit informativen Websites und gezielten Webmarketing-Maßnahmen abgeholt

Milseburg von den Bubenbader Steinen ausgesehen (Foto: Thomas Noll)

Wird für den Tourismus immer attraktiver: Die Rhön. Leider werden zu wenige neue Gäste mit den eingesetzten Marketingmaßnahmen erreicht.

Als jemand, der sich für eine bessere Vermarktung des Biosphärenreservats Rhön starkmacht, habe ich mir keine leichte Aufgabe auferlegt: Touristische Betriebe und Touristinfos davon zu überzeugen, dass unsere Region einen größeren Fokus auf ein webbasierendes Marketing braucht.

Vor eineinhalb Jahren begann ich mit meinem Beitrag „Verpasst der Tourismus in der Rhön den Social Media-Anschluss?“ auf die Situation aufmerksam zu machen. Ich wurde gelesen und schaffte es, einige Betriebe und die Touristinfos für die Themen Online-Marketing und Social Media-Marketing zu gewinnen.

Auch über einen Vortrag, der im Rahmen einer Fortbildung der touristischen Arbeitsgemeinschaft „Die Rhöner“ zustande kam, konnte ich die Wahrnehmung erhöhen. Einige Betriebe ließen Ihre Website inhaltlich und technisch auf den neuesten Stand bringen und Social Media-Maßnahmen wurden ergriffen. Doch die meisten Websites sind so geblieben, wie sie sind und haben einen Stand von vor fünf bis 10 Jahren. Das sind aus Marketingsicht fast Lichtjahre.

Rhöner Marketing ist printgetrieben
Unterm Strich sind jedoch wenige touristische Betriebe meinen Empfehlungen gefolgt. Der Rhöner Tourismus wird nach wie vor vom printgetriebenen Marketing dominiert. Das ist mir größtenteils unverständlich, da so gut wie alle Betriebe, mit denen ich in Kontakt komme, über rückläufige Übernachtungszahlen klagen. Meist schieben die Betriebe den Tourismusbüros die Schuld in die Schuhe, sie würden keine Gäste mehr vermittelt bekommen. Die sehen allerdings ihre Aufgabe darin, die Rhön selbst als Urlaubsregion zu etablieren. Dazu setzten sie neben eigenen Internetportalen vor allem auf Printmagazine, wie „Die Rhöner“ und destinationseigene Prospekte. Facebook-Fanpages kommen auch zum Einsatz. Sie dienen meiner Meinung nach eher als verlängerter Arm der eigenen Websites, die mittlerweile sehr informativ sind.

Klickpreisvergleich Rhön-Eifel

Ist die Eifel wirklich attraktiver (höheres Suchvolumen)? Vielleicht machen die ein besseres Marketing. Der Klickpreis für eine Textanzeige zur Suchwortkombi „Wandern in der Rhön“ ist ein Witz. Aber kaum ein Tourismusbetrieb nutzt AdWords, um damit Gäste zu gewinnen (Quelle: Searchmetrics).

Rhön-Spiegel: Da ist die Zeit (fast stehen geblieben)
Die Rhön- und Saalepost GmbH bringt monatlich das Freizeitmagazin „Rhön-Spiegel“ heraus, welches optisch eine Zielgruppe jenseits der 60 anspricht. Wer auch noch aktiv ist, sind die Gastronomen der Vereinigung „Rhöner Charme“ mit ihren Aktivitäten rund um kulinarische Angebote aus der Rhön. Der Rhöner Charme veröffentlicht einmal im Jahr ihr Kulinarium. Ein Prospekt welches auf der Website angefordert werden kann. Hier würde sich vielleicht mal eine mobile App anbieten, anstatt eines Prospektes. Als Ergänzung zum Online-Portal bringt rhoenpuls.de vier Mal pro Jahr ein modernes Magazin für die Rhön raus.

Hochrhöner eher ein Geheimtipp
Die meisten touristischen Aktivitäten werden über den Premiumwanderweg Hochrhöner kommuniziert, der ja gerne als „einer der schönsten Wanderwege Deutschlands“ angepriesen wird. Ein Suchvolumenvergleich zwischen dem Hochrhöner und dem Rothaarsteig ergab das Ergebnis 680 zu 6800 im Monat(!). Da bleibt der Hochrhöner eher ein Geheimtipp.

Lokaltourismus funktioniert
Mit einen erheblichen Aufwand wurde der „Rhöner Wandertag“ in der letzten Juliwoche durchgeführt. Eine Aktion, die vor allem dem Lokaltourismus zugutekommt und erfolgreich war. In diesem Jahr hatte die Gemeinde Hilders die Organisation übernommen.

Soweit ein Überblick über Medien, Maßnahmen und Aktivitäten. Um die Rhön als Urlaubsregion zu entwickeln, die auf Augenhöhe mit vergleichbaren Mittelgebirgen steht, braucht es allerdings deutlich mehr Anstrengung. Und zwar von allen im Tourismus beteiligten Menschen.


Ansicht oben: Google spiegelt das Interesse der Rhön als Urlaubsregion wieder. Ich würde ja nicht auf die Idee kommen im Harz Urlaub zu machen, um dort zu wandern, weil man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht, aber trotzdem ist das Interesse um ein vielfaches höher, als im Land der offenen Fernen.

Das Hauptaugenmerk muss darauf gelegt werden, die Rhön als Urlaubsregion so aufzustellen, dass sie in Google und den bekannten Urlaubsportalen besser gefunden wird. Denn hier beginnt für die Urlauber die Recherche nach dem nächsten Urlaubsziel. Das bedeutet für alle Beteiligten, dass:

  • Jede Website suchmaschinentechnisch auf dem neusten Stand ist
  • Die Websitebetreiber sich untereinander mehr vernetzen und vor allem mit relevanten Suchbegriffen verlinken
  • Die Möglichkeiten von Empfehlungs- und Bewertungssystemen proaktiv nutzen
  • Die Teams in den Tourismusbüros in Sachen Social Media-Marketing, mobiles Marketing und Suchmaschinenoptimierung geschult werden
  • Maßnahmen, wie die Veröffentlichung von Blogbeiträgen, Videoproduktionen für YouTube-Kanäle und Online-Presse verstärkt zum Einsatz kommen

Das ist natürlich viel Neuland für die meisten touristischen Betriebe. Es bleibt Ihnen jedoch meiner Meinung nach keine andere Wahl, als sich mit den genannten Themen auseinander zu setzten. Das Budget muss mehr in Richtung Online-Marketing verschoben werden. Dazu gehören auch Investitionen in Seminare, technisches Equipment und die kontinuierliche Umsetzung des virtuellen Marketings.

Letztlich sichern sich die Betriebe ihre Geschäftsgrundlage, wenn sie es schaffen, sich dem veränderten Informationsverhalten der Gäste und ihren Ansprüchen anpassen. Ich hoffe, dass in Zukunft die Herausforderungen erkannt und Konzepte entwickelt werden, die mehr eine Vernetzung aller Touristiker vorsehen. Ich biete hierfür gerne meine Unterstützung an.

Ich bin auf Feedback gespannt.

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