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Verpasst der Tourismus in der Rhön den Social Media-Anschluss?

Die Rhön ist das Land der offenen Fernen und des Social Media-Niemandslandes.

Die Tourist-Website der Rhoen

Optisch in Ordnung, leider hinkt das Portal den Erwartungen für zeitgemäßes Internetmarketing hinterher

Um den Tourismus in der Rhön ist es nicht gerade gut bestellt. Zumindest ist das meine Wahrnehmung, wenn ich mir die Online-Marketing-Aktivitäten der Rhöner Internetportale (www.rhoen.info; www.rhoen.de; www.biosphaerenreservat-rhoen.de) ansehe. Zwar sind diese erst in kurzen Abständen einer kompletter Überarbeitung unterzogen worden, was im Übrigen sehr gelungen ist, doch die Frage, die sich stellt, reicht das aus?

Die Rhön hinkt beim Webmarketing hinterher
Wie weit der Tourismus in der Rhön aus Marketingsicht hinterherhinkt, ist mir kürzlich bewusst geworden, als ich eine Versammlung der Tanner Touristinfo besuchte. Anlass war der Weggang der derzeitigen Managerin, die sich neuen Aufgaben widmen wird. Der ehemalige Leiter der Touristinfo schilderte sehr detailliert, was es für umfangreiche Aufgaben zu organisieren und durchzuführen gibt. Das war zwar sehr gut dargestellt, es viel jedoch nicht eine Silbe bezüglich des eigenen Webauftritts, geschweige denn wie sich der Tourismus in der Rhön über das Internet verändert. Stattdessen wurde sich ausgiebig mit Flyern, Prospekten und Zeitungsartikeln in der lokalen Presse beschäftigt.

Unverständnis bei den Verantwortlichen
Als Außenstehender kam ich nach der Sitzung zu dem Ergebnis, dass der Tourismus über das Internet quasi nicht stattfindet. Da war ich übrigens nicht der einzigste, der diesen Eindruck hatte. Ein Teilnehmer versuchte dem ehemaligen Touristmanager und dem Bürgermeister klar zu machen, dass es beispielsweise höchste Zeit wird, in Sachen facebook was zu tun und zu kooperieren. Doch seine Ausführungen stießen nur auf Unverständnis bei den Verantwortlichen.

Internetportal Region-Fulda

Mit dem gut gemachten Internetportal Region Fulda und seinen Social Media-Aktivitäten können die Rhöner Websites nur wenig anfangen

Social Media? Was ist das?
Nicht im Entferntesten sind sich die Führungsgremien der Stadt darüber im Klaren, welchen Einfluss Social Media und Web 2.0 auf den Tourismus hat. Ähnlich scheint diese Situation in den benachbarten Ortsteilen Ehrenberg und Hilders zu sein. Nirgends sind Social Media-Aktivitäten auf den Websites zu finden.

Der Fokus des Marketing aufs Internet setzen
Um auf die Dachorganisation der Rhön noch mal zurück zu kommen: Immerhin hat das Biosphärenreservat Rhön seit dem 9. November einen facebook-Account eingerichtet. Meiner Meinung nach wird es höchste Zeit den Fokus der Vermarktung endlich Richtung Internet und insbesondere auf Social Media zu setzen. Es ist wichtig, dass die Verantwortlichen begreifen sich auf den Marktplätzen zu tummeln, wo auch die potenziellen Gäste sich aufhalten. Und da gehören facebook, twitter und Blogs unbedingt dazu. Die Besucher wollen Insiderinfos, authentische Beiträge und informative Videos. Die Kunden von heute, und das sind sicherlich nicht nur junge Leute, wie häufig fälschlich angenommen, wollen einen Rückkanal über die verschienen Social Media-Anwendungen.

Ein Online-Marketing-Manager muss bei
Mit den Angestellten in den Dachorganisationen und deren Leiter wird die Weiterentwicklung des Rhöner Tourismus-Marketings nicht zu stemmen sein. Es bedarf einer neu zu kreierenden Stelle und zwar die eines professionellen Online-Marketing-Managers. Er lebt Internet und Social Media. Kennt sich im Tourismus aus und weis, was Urlauber in die Rhön lockt. Er versteht es Veranstaltungen und Konzepte so umzusetzen, dass die Rhöner langfristig von den Urlaubern profitieren.

Beweise gibt es genug
Beweise, dass meine Behauptungen stimmen, gibt es genug. Beispielsweise in einer sehr gut dargestellten Studie von Tomorrow Focus Media. Sie nennt sich Social Media Effects 2010 und gibt Auskunft, wie sich die Mediennutzung der Bundesbürger verändert. Interessant ist dabei folgende Info: Internet überholt TV und das internetfähige Mobiltelefon überholt die Printmedien in der zeitlichen Nutzung. Wichtig halte ich auch diese Zahl: Über 90 Prozent der Befragten ist bereits länger als drei Jahre im Internet aktiv. Interessant ist die Studie auch deshalb, weil auch Fakten zur Nutzung von anderen Medien, wie Radio, TV und Zeitungen veröffentlicht sind.

Ich bin gespannt, wie sich die  Tourismus-Organisationen der Rhön-Bundesländer Hessen, Thüringen und Bayern weiter entwickeln werden. Ich denke Gastronomen und Hotelbetriebe sind gut beraten, wenn sie ihre eigene Internetstrategie aufbauen. Angesichts der angespannten finanziellen Lage kann ich mir eine kurzfristige Verbesserung des Internetmarketings aller Rhön-Plattformen nicht vorstellen. Wer hier Unterstützung braucht, kann mich gerne ansprechen. Ansonsten ist Feedback zu meinem Beitrag herzlich willkommen.

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6 Antworten auf Verpasst der Tourismus in der Rhön den Social Media-Anschluss?

  • Genau das Gleiche trifft auf die Ferienregion Brandenkopf mit ihren Gemeinden Oberharmersbach, Zell a.H., Nordrach und Biberach zu, und den Schwarzwald überhaupt. Ich erhalte von vielen Seiten positive Reaktionen auf meine Tätigkeiten im Social-Media aber die meisten Gastgeber und Verantwortlichen der Gemeinden haben Angst davor. Außerdem ist es natürlich ein Zeitaufwand und man sollte sich auch ausführlich mit dem Web 2,0 auskennen, aber ich glaube, dass diese Zeit sich für mich gelohnt hat. Erste wirtschaftliche Erfolge kann ich bereits erkennen. Und es macht Spaß! 10 Minuten am Tag für facebook und twitter sind immer drin!
    Gruß aus dem Social media armen Schwarzwald 😉

  • Gutes Thema. Darüber reden wir ständig. Man sollte dabei aber etwas mehr differenzieren. Social Media für die großen Tourismus-Portale ist etwas anderes wie für die Gemeinden oder den Hotelbesitzer.

    Vorerst: Ich vermisse im ganzen Beitrag ein wichtiges Wort: Dialog. Social Media ist nicht nur eine Marketing-Platform, Social Media ist viel mehr: der direkte Kontakt zu Menschen, Kunden, Freunden, Bekannten. Die Möglichkeit, mit ihnen zu kommunizieren und in Verbindung zu bleiben.

    Twitter allerdings kann ich mir bei den (meisten) Gemeinden nicht vorstellen. Dabei kommen folgende Fragen in den Vordergrund:
    Wer pflegt das Ganze? Was wird kommuniziert? Wie wird kommuniziert? Social Media kann nicht der Praktikant machen oder die Dame aus dem Vorzimmer (am ehesten noch der Bürgermeister selbst). Diese Menschen haben zur Zeit wenig Kontakt mit diesen Medien oder lehnen sie sogar ab. Man kann niemanden beauftragen: „du kümmerst dich jetzt um Twitter und Facebook“. Das funktioniert nicht. Social Media ist in erster Linie Dialog. Dialog ist aber momentan im Konzept der Gemeinden eher nicht vorgesehen. Twittern kann nur wer das Thema versteht und wer es lebt. Dann funktioniert es.

    Bei Facebook liegt die Sache etwas anders. Diese Seiten können sich verselbständigen, meist gibt es in den Gemeinden genügend Menschen, die das auch leben. Für die Vertreter der Gemeindeverwaltung wäre die Aufgabe, die eigene Gemeinde-Facebook-Seite zu pflegen, mit den Menschen zu reden, zu kommentieren, den Dialog aufrecht zu erhalten und nicht nur automatisierte Meldungen online zu stellen. Erst wenn das verstanden wurde, wird es gute Facebook-Seiten für Gemeinden geben.

    Die Internetseiten selbst müssen aber ebenfalls besser gepflegt werden. Die Seite von Tann hatte über mehrere Jahre das gleiche, veraltete Grußwort auf der ersten Seite stehen. Da wird schnell klar, wo die Prioritäten liegen. Lieber wird – wie von dir angesprochen – wieder ein Flyer erstellt. Ob diese Flyer jemals die Zielgruppe erreichen? Ich denke nicht.

    Zu den Tourismus-Portalen: Hier ist Facebook und Twitter (und vielleicht ein eigener Youtube-Channel mit guten Videos, ein Flickr-Account usw…) zwingend notwendig. Leider kommen die Betreiber und Verantwortlichen zur Zeit meist nicht über ihren Xing-Account raus. Immerhin ein Anfang. Und ich bin mir sicher, es gibt Bestrebungen und Ansätze dafür. Ein Verantwortlicher (wie du schreibst: Online-Marketing-Manager) muss her, der das Thema verinnerlicht hat und mit diesen Medien bestens umgehen kann. Das fehlt bei all diesen Stellen, die geschaffen werden (und wieder vergehen)…

    Bei den Unternehmen ist jedoch wieder ein anderer Ansatz gefragt. Der Unternehmer sollte stets persönlich hinter den Social Media Aktivitäten seines Unternehmens stehen. Zumindest bis zu einer gewissen Unternehmensgröße. Gerne kann auch der ambitionierte Mitarbeiter dabei sein, aber bitte nicht die Auszubildende im zweiten Lehrjahr, die jetzt für den Hotelier twittert. Ich als Gast, möchte doch wissen, wer steckt dahinter, mit wem habe ich es zu tun, wie sind die hier drauf? Immer wieder hören wir dabei: „dafür haben wir keine Zeit…“. Ein Unternehmer, der keine Zeit für seine Werbung und sein Marketing hat, eine fatale Einstellung. Wobei ich der Meinung bin, nicht jeder Hotelier muss jetzt twittern. Aber sich mit diesen Medien beschäftigen, das ist wirklich notwendig. Dieses Jahr habe ich privat ca. 5-6 Hotels und Pensionen in Deutschland und Österreich besucht. Nur 3 davon hatten eine eigene Facebook-Seite. Und diese Unternehmen sind sowieos erfolgreich gewesen, da stimmte die Kommunikation von der Rezeption bis zum Service-Personal. Da ist Social Media eine Selbstverständlichkeit. Noch heute bin ich über Facebook über deren Aktivitäten informiert und nehme Angebote war. Von den anderen habe ich nichts mehr gehört. Und das wird wohl leider auch so bleiben.

    PS: dieser Artikel errreichte mich übrigens über Twitter 🙂

    Beste Grüße,
    Moritz Heine, Bytebetrieb

  • Hallo Moritz,
    danke für Deinen ausführlichen Beitrag. Wie Du gemerkt hast, geht es mir darum die Verantwortlichen wachzurütteln. „Hallo, es gibt hier was Wichtiges, es hat was mit dem Internet und Euren Kunden / Besuchern zu tun und bitte kümmert Euch darum, sonst werdet Ihr langfristg ein Problem bekommen.“

    Ich bin voll auf Deiner Seite, wenn es um die Problematik der Umsetzung geht. Genau hier wird es sehr schwierig werden alte Zöpfe abzuschneiden und Hierachien zu kappen.

    Ich will nur nicht, dass es eines Tages heißt „es hat uns niemand davon was gesagt!“. Jetzt ist es raus und das Feeback, welches ich bisher bekommen habe sagt mir, dass ich da in ein Wespennest gestoßen habe.

    Bereits jetzt habe ich zwei Termine bei der Gemeinde Hofbieber und beim Biosphärenreservats Rhön, die sehr wahrscheinlich nicht zustande gekommen wären, wenn ich geschrieben hätte, wie schön die Rhön doch ist und das jeder hier einen erholsamen Urlaub verbingen kann.

    Ich halte Dich gerne auf dem Laufenden. Meine Bitte an Dich: Lass nicht locker die Wichtigkeit und Notwendigkeit von Social Media zu transportieren.

    Thomas

  • Hallo Frau Wurth,
    danke für Ihr Feedback. Sie sind ebenfalls ein Beispiel, dass sich der Einsatz lohnt. Das ist doch das, was die Verantwortlichen interessiert. Was bringt mir Social Media? Wenn es Kunden bringt, dann hat Social Media für mich die gleiche Priorität wie beispielsweise der nächste zu produzierende Fyler. Es hat eben viel mit Veränderung zu zun und damit, aus den geregelten Bahnen auszubrechen. Das ist natürlich unbequem, gerade am Anfang. Tja, wer das nicht in der Tourismus-Branche versteht, der sollte sich dringend damit beschäftigen, wie das Internet-Marketing der Zukunft ausehen wird.

    Viele Grüße in den Schwarzwald

    Thomas Noll

  • Hallo an alle Diskutanten,
    neulich habe ich einen interessanten Artikel mit dem Titel „Don’t call it social media“ im Netz gelesen. Und es stimmt. Die Kommunikation ist entscheidend. Nicht die Mittel. Denn Mittel gibt es im Jahr 2010 genug. Und trotzdem wird immer miserabler kommunziert. Ich habe das Gefühl, das man die mangelnde Kommunikationskompetenz durch immer mehr Kommunikationsmethoden ausgleichen will. Doch der Schuss geht nach hinten los. Für manche Menschen wäre es besser, gar nicht zu kommunizieren. Doch das geht nicht. Denn man kann nicht nicht kommunizieren…

  • Na klar, Jürgen, die Kommunikation ist es, die nicht zuletzt ein Grund dafür ist, warum Social Media entstanden ist. Denn bei Social Media wird authentisch und ehrlich im Dialog kommuniziert und nicht im Einbahnstraßenverfahren, wie auf den meisten Websites Rhöner Websites. Du bist da schon um Lichtjahre voraus.
    Dir ein gutes apfeliges Weihnachtsgeschäft.

    Thomas

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