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Wenn regionale Werbeagenturen Websites bauen – ein Erfahrungsbericht

Werbeagenturen, vor allem in der Region Osthessen, sind meist recht breitbandig aufgestellt. Damit meine ich die vielen Dienstleistungen und Produkte (Anzeigengestaltung, Werbegrafik, Werbegeschenke, Mailings usw.), die von den Agenturen angeboten werden. In einem Landkreis, wo nicht jede Spezialisierung, wie meine Dienstleistung als Internet-Redakteur eine dauerhafte Einnahmequelle ist, versuchen die Agenturen eben „alles aus einer Hand“ anzubieten.

Screenshot Nobelitstein vor Übernahme der Website-PflegeRückständige Internetpräsenzen
So kommt es immer wieder vor, dass ich die Website-Pflege und deren Vermarktung von Kunden übernehme, deren Firmen-Website von einer Werbeagentur erstellt wurde. Obwohl ich den Agenturen grundsätzlich nicht unterstellen will, bei Webprojekten kein gutes Händchen zu haben, ist es bisher immer so gewesen, dass die Websites vom Design, von der Technik und von den Inhalten um Jahre zurückliegt. Ganz zu schweigen von nützlichen Mehrwerten und der suchmaschinenfreundlichen Integration der Inhalte. Ohne gravierende Änderungen der Texte inkl. eines kompletten Neustarts für On-Page-SEO, konnte ich bisher kein Projekt übernehmen. Nicht einmal so Basiselemente, wie TitleTag, Descriptions und beschriftete Fotos sind von den Agenturen umgesetzt worden. Der textliche Stil gleicht dem einer Werbebroschüre.

Fehlende Kompetenz in Sachen moderner Webauftritt
Da habe ich mir schon oft gedacht, warum die Werbeagenturen nicht bei ihrer Kernkompetenz bleiben und sich auf Werbung konzentrieren. Gut, mag sein die Kunden waren bisher mit den Broschüren und Displays der Werbeagentur zufrieden und glauben auch beim Internetauftritt einen gutes Ergebnis abgeliefert zu bekommen. Rein optisch ist das ja auch oft der Fall. Allerdings werden zum Teil so gravierende Fehler gemacht, dass der Erfolg der Website mit Sicherheit ausbleibt.

Enttäuschte Kunden
Das ist aus meiner Sicht teilweise schon grob fahrlässig, was da abgeliefert wird. Wenn Kunden dann enttäuscht sind, weil weder viele Besucher auf die Website kommen, noch diese mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen, ist das im Prinzip rausgeschmissenes Geld. Mag die Investition auch noch so gering gewesen sein, es bringt einfach nichts, eine Website online zu stellen, die nach veralteten Normen und Regeln entwickelt wurde.

Unnützer Relaunch, statt relevante Inhalte In den letzen Jahren hat sich sehr viel bei der Realisierung eines erfolgreichen Internetprojektes und dessen Betrieb verändert. Das gilt sowohl aufseiten der Internetnutzer – die immer mehr und länger surfen, immer erfahrener und auch immer anspruchsvoller werden – als auch auf der Website selbst. Es ist zwar erkennbar, wie wichtig beispielsweise das Thema Suchmaschinenoptimierung ist, allerdings wird hierbei ein falscher Ansatz verfolgt: Neues Design, anstatt relevante Inhalte und langfristiger Linkaufbau.

Ansprache: Nutzenformulierung statt Bullenschau
Grundsätzlich halte ich die Denkweise der hiesigen Werbeagenturen meiner Ansicht nach für nicht zielführend. Und zwar die Website so umzusetzen, wie eine Werbebroschüre. Wenn Werbung mit nützlichen Informationen, und Selbstdarstellung mit Orientierung eingetauscht wird, wäre schon mal einiges gewonnen. Gerne zitiere ich auch aus Thomas Kilians Buch „Der Igel-Faktor“, wo der Inhaber einer Werbeagentur aus Ostwestfalen (das ist wirklich eine Gute!) in diesem Zusammenhang von „Nutzenformulierung statt Bullenschau“ spricht. Auch der Ansatz „Pull statt Push“ wäre nützlich. Es geht darum Besucher der Website mit sinnvollen Informationen zu überzeugen und sie immer wieder mit Mehrwerten in Form von Fotos, Videos, Ratgebern und Tipps zu locken. Das ist einfach nicht das Ding von Werbeagenturen, scheint mir zumindest so.
Fazit:
Bevor Sie von Ihrer Werbeagentur ein Internetprojekt realisieren lassen, achten Sie darauf, dass:

  • klare Ziele definiert werden, an die Sie sich und die Agentur zu halten haben
  • Ihr Budget nicht allein für die Realisierung der Website ausgeben wird, sondern auch die monatliche Betreuung mit einkalkuliert ist
  • die Gestaltung und die Inhalte Ihrer Zielgruppe entspricht
  • eine Keyword-Analyse und ein Wettbewerbsvergleich durchgeführt wird
  • die Keywords gezielt in die Texte integriert werden
  • Basiswissen in Sachen On-Page-SEO vorhanden ist und die Website nach SEO-Gesichtspunkten aufgebaut wird (siehe auch SEO-Checkliste)
  • eine nutzenorientierte Kundenansprache verwendet wird und reichlich nützliche Informationen veröffentlicht werden
  • Alle Inhaltsseiten untereinander verlinkt und beschriftet werden
  • die Besucher zu Aktionen aufgefordert werden (Anruf, Kontaktformular ausfüllen usw.)
  • Sie ein Controlling in Form einer aussagekräftigen Statistik (z. B. Google Analytics) bekommen und SEO-Tools, wie beispielsweise Google Webmastertools eingesetzt werden

Soweit die wichtigsten Empfehlungen. Gerne unterstütze ich bei der Konzeption Ihrer Website und biete kompetente Unterstützung, wenn Sie eine zusätzliche Meinung sich einholen wollen. Werbeagenturen biete ich übrigens auch gerne die Zusammenarbeit mit mir an.

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2 Antworten auf Wenn regionale Werbeagenturen Websites bauen – ein Erfahrungsbericht

  • Hallo Thomas,

    ich habe gerade mal wieder in Deinen Blog geschaut und ganz viel darüber gelesen, wie man die Pflege bzw. Neuauflage einer Website machen und nicht machen sollte. Die Checkliste hilft bestimmt gut weiter. Aber gerade weil Du festgestellt hast, dass oft schlechte oder mittelmäßige Arbeit abgeliefert wird, drängt sich mir als Laie die Frage auf: Wie erkenne ich als ganz normaler Internetuser, dass ich in „berufenen Händen“ bin? Gibt es hier einen Qualitätsstandart? dafür, das sich jemand da weitergebildet hat, (SEO, Typo3, Webmastertools, etc.)? Wie bringt man als Laie auf einen Blick in Erfahrung, ob jemand wirklich fit ist??? Der kann mir ja viel erzählen, wenn ich z. B. Deine Checkliste abfrage und er einfach behauptet das alles zu machen und mit ein paar Fachbegriffen um sich wirft, um den Kunden zu beeindrucken. Welcher Laie erkennt schon in einem Gespräch, ob wirklich Qualität dahinter ist, oder ob doch letzlich „nur Luft im Spind“ ist und man hat dann viel Geld für eine lausige Webpage bezahlt 😯 . Welche intelligenten und entlarvenden Fragen sollte man zum Thema Aus- und Weiterbildung stellen? Welche Begriffe müssen, sollten dann kommen, was ist das Minimum, was ist echt gut???

    Die sicherste Variante ist natürlich, einfach Dich zu nehmen, klar! 😉 (An dieser Stelle einfach nochmal herzlichen Dank für Deine super Websitepflege, Artikel und die nützlichen Hinweise und Links von Dir, die in schöner Regelmäßigkeit bei uns einlaufen!!!)aber vielleicht arbeitet ja jemand mit einer Agentur schon lange zusammen und möchte nun ganz einfach feststellen, was da zum Thema Qualität der Websiteerstellung und Pflege geboten wird.

    Gruß Karen

  • Hallo !
    Vor 3 Jahren wurde meine Homepage erstellt, leider hat meine Werbeagentur jetzt scheinbar keine Lust mehr, Flyer werden nicht mehr gedruckt, Anfragen landen angeblich im Spamordner. Ich habe die Seite im März diesen Jahres bezahlt (2500.-€) und hätte jetzt gerne die sämtlichen Zugriffe, Passwörter,Logo für Flyer. Ich muß feststellen, eine Werbeagentur hat einen in der Hand und wenn die wollen, können die mein Geschäft durch Ignoranz ruinieren.
    Ich bin langsam echt verzweifelt. Ich habe auch keine Lust, einen Anwalt einzuschalten.

    Viele Grüße, Andrea

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