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Wird Facebook als Marketing-Instrument falsch verstanden?

Soziale Netzwerke und ihre Bedeutung im Beziehungsbusiness

Nichts polarisiert im Moment die Menschen mehr, als Posts und Kommentare in den Sozialen Netzwerken. Allen voran Facebook. Da fragt man sich als Unternehmer schon, ob es Sinn macht sich den Diskussionen zu stellen, und zu versuchen auf dem Marktplatz der SocialMedia potenzielle Kunden zu gewinnen. Die Unwissenheit bei KMUs ist nach wie vor groß und viele verwechseln leider allzu oft Äpfel mit Birnen, wenn es um das erfolgreichste Social Network geht.

In meiner praktischen Arbeit mit KMUs ist das Thema SocialMedia und insbesondere Facebook nicht sehr beliebt. Zu negativ seien die Kommentare, die über die Plattform der Zuckerberg-Company verbreitet werden. „In so einem Haifischbecken soll ich als Chef meines Unternehmens versuchen, neue Kunden zu gewinnen?“, so eine typische Frage, mit der ich von Kunden der Generation X überwiegend konfrontiert werde. Angesichts politischer und gesellschaftlicher Themen gebe ich zu, dass es um die Kommentarkultur deutscher Bürger in Facebook nicht gerade gut bestellt ist. Hier wird herummotzt und attackiert, was das Zeug hält. So was macht keinen Spaß und zerstört das Vertrauen in Soziale Netzwerke.

Private Facebook-SeiteFacebook-Firmen-FanpagePrivat und Geschäft sind getrennt
Doch uninformierte Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen verwechseln Äpfel mit Birnen. Gemeint ist hiermit die Unterscheidung zwischen privaten Posts von Mitgliedern und denen der Fans auf einer Fanpage, der Firmenseite oder Organisationsseite in Facebook. Nach wie vor erkennen Firmenchefs den Unterschied nicht. Werfen Privates und Geschäftliches in einen Topf. Eine Community-Seite in Facebook

facebook for businessFacebook ist eine vielfältig nutzbare Plattform
Facebook ist im Laufe der Jahre sehr vielfältig geworden und das ermöglicht es Menschen, sich noch besser zu vernetzen. Anfänglich war Facebook eine rein private SocialMedia-Plattform. Später kamen Firmenseiten – die Fanpages – hinzu. Heutzutage können Organisationen, Vereine und Gruppen auf Facebook aktiv werden. Sie bündeln ihre Interessen in eigenen Gruppen, teils geschlossen, teils offen innerhalb des Facebook-Universums.
 
Trennung schafft Klarheit
Weil Facebook die Möglichkeit anbietet Privatleben und Geschäftsleben zu trennen, funktioniert die Plattform. Es ist nämlich schon ein ganz anderer Dialog, wenn man eine private Meinung äußert oder im Namen der Firma versucht ein Gespräch (via eines Posts) aufzubauen. Das vereinfacht den Umgang mit Facebook erheblich und schafft Klarheit. Natürlich kann es passieren, dass ein Mischmasch zwischen geschäftlichen und privaten Angelegenheiten entsteht, doch das geschieht erst dann, wenn sich ein Unternehmen was hat zu Schulden kommen lassen oder wenn Druck auf eine Marke ausgeübt wird. Beispiele hierfür wären schlechte Geschäftspraktiken, Umweltschutz, Ignoranz usw.
 
Flexible Werbung schaltbar

Am Rande sei erwähnt: Finanziert wird Facebook natürlich über Werbung, die exakt auf die Profile der Mitglieder ausgeliefert wird. Im Grunde genommen ähnlich, wie AdWords, jedoch noch viel detaillierter, da Facebook über eine noch bessere Datenbasis verfügt. Die Möglichkeiten auf Facebook zu werben werden ständig erweitert, was Unternehmen viel Spielraum lässt über Facebook Kunden zu gewinnen.

Unternehmer verstehen Facebook nicht

Das wollen die Fans sehen und kommentieren auch kräftig und freuen sich mit dem Rhön-Garden

Das wollen die Fans sehen und kommentieren auch kräftig und freuen sich mit dem Rhön-Garden

Unternehmer, die in Facebook aktiv Marketing machen wollen, sich aber selbst kaum mit der Plattform beschäftigen, tun sich schwer die Unterschiede zu verstehen. Auch erkennen sie es nicht, sich als Persönlichkeit innerhalb ihres Unternehmens zu präsentieren. Sie versuchen stattdessen Informationen über ihre Produkte und Dienstleistungen über Facebook zu kommunizieren. An einem Dialog mit ihren Fans sind sie gar nicht so sehr interessiert.

Facebook ist ein Business der Persönlichkeit
Wer in Facebook neue Kundenkontakte gewinnen möchte, ist herausgefordert ein Persönlichkeitsbusiness aufzubauen. Nicht wenige haben das noch immer nicht begriffen. Stattdessen wird versucht in Facebook Push-Marketing zu betreiben. Am liebsten wollen die Firmenchefs direkt in Facebook verkaufen. Doch wollen das denn die Fans? Nein! Sie wollen keine mittelmäßigen Informationen und schon gar nicht wollen sie laufend mit Werbebotschaften in den Post zugeballert werden. Das geht besser über Facebook-Ads.

Werbeagenturen tun sich schwer, mal keine Werbung in ihren Posts zu machen. So funktioniert jedenfalls kein Dialog in Facebook

Werbeagenturen tun sich schwer, mal keine Werbung in ihren Posts zu machen. So funktioniert jedenfalls kein Dialog in Facebook

Werbung taugt nicht in Sozialen Netzwerken
Soziale Netzwerke sind keine typischen Werbeplattformen (mal abgesehen von den Werbeinblendungen, die zielgerichtet ausgeliefert werden). Wer hier auf Kundenfang gehen will, tut gut daran, sich genau mit dem zu beschäftigen, was Fans wollen. Das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die viel Sensibilität und Gespür für Bedarfe erfordert. Es besteht zwar die Möglichkeit  für Unternehmen in Facebook Werbung zu schalten, doch die muss auch auf die Zielgruppe angepasst werden, was häufig nicht geschieht.

Social-Marketing lernen
In Sozialen Netzwerken können Unternehmen nicht ein Marketing umsetzten, wie es in den vergangenen Jahren üblich war. Wer kein Gespür für Anliegen, Probleme und Kaufgründe seiner Kundschaft hat und wichtige kauf-entscheidende Themen nicht hinterfragt, wird in Facebook und Co. nicht akzeptiert und gewinnt auch keine Fans. Wenn ich das in meiner Arbeit als Berater erkenne, empfehle ich entweder die Aktivitäten einzustellen oder zu lernen, wie Social-Marketing funktionieren kann.

Kundenbeziehungen wollen aufgebaut werden
Letztlich geht es doch darum jüngere Zielgruppen und socialmedia-affine Menschen zu erreichen und zu ihnen eine Beziehung (B2H – Business2Human, anstatt B2C oder B2B) aufzubauen. Klar am Ende steht das Verkaufen, doch zunächst geht es darum sich bekannt zu machen, Kompetenz zu zeigen und offen zu sein zu die Anliegen der Fans. Ich nenne das Beziehungsbusiness. Der anspruchsvolle Kunde – und das gilt heutzutage für jedes Alter – ist kritisch, informiert und hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Darauf muss jeder Unternehmer vorbereitet sein. Auch eine harsche Kritik einstecken können und wohlweislich zu reagieren, ist eine Situation, die für viele Firmenchefs immer noch ungewohnt ist. Willkommen im SocialMedia-Zeitalter.

Beispiel Empfehlungen auf einer Facebook-Fanpage

Beispiel für Empfehlungen auf einer Facebook-Fanpage

Empfehler in SocialMedia
Auf der anderen Seite sind begeisterte Kunden, die loyal und auch die besten Empfehler. Und das kann und wird in Facebook und anderen Plattformen auch kommuniziert. Die Empfehlung von Kunde zu Kunde findet nicht selten auf Facebook statt. Wenn das nicht ein tolles Marketing ist, weiß ich auch nicht, wie man es den Unternehmern in Sachen Marketing noch Recht machen kann.

Kein zeitgemäßes Marketing ohne Soziale Netzwerke
Für mich steht jedenfalls fest: Ein zeitgemäßes Marketing ist ohne die Einbeziehung Sozialer Netzwerke nicht mehr denkbar. Dabei muss es nicht immer eine Facebook-Fanpage sein. Es reicht auch schon das Empfehlungsmarketing gezielt über verschiedene Online-Plattformen einzusetzen, wie Google My Business, Yelp oder KennstDuEinen. Das gehört nämlich ebenfalls in die Rubrik SocialMedia. Auch ein Blog kann sehr viel dazu beitragen, sich dem Dialog zu öffnen und zukünftige Kunden mit nützlichen Informationen zu versorgen, anstatt sie ständig mit Angeboten zuzumüllen.

Sicherlich wird es noch eine Zeit dauern, bis die unterschiedlichen Generationen sich über den Weg der Soziale Netzwerke besser verstehen. So eine Dialog-Kultur braucht eben seine Entwicklungszeit. Das ist jedenfalls meine Meinung.

 

 

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